Prof. Dr. R. Manthey
(Universität Bonn)
"Datenbankgestützte Analyse großer Datenströme mit
regelbasierten Methoden"
Das Monitoring von Datenströmen, die durch Sensornetze erzeugt
werden, stellt die DB-Welt vor neue Herausforderungen, da viele
der klassischen DB-Konzepte und -Methoden durch die
schiere Größe und die hohe Frequenz der Datenströme
bis über die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert
werden. Die rechnergestützte Analyse dieser Datenmengen
die für die Anwender der Monitoring-Systeme den eigentlich
interessanten Teil ihrer Arbeit darstellen findet jedoch
nach wie vor fast ausschließlich mittels Algorithmen statt,
die in Softwaresystemen ausserhalb des DBMS realisiert sind und
es nur als passiven Zulieferer protokollierter Stromdaten nutzen.
Die Analysealgorithmen kommunizieren mit dem DBMS zwar mittels
deklarativer DB-Sprachen (in der Regel SQL), nutzen diese Sprachen
aber meist nur zum Zugreifen auf semantisch primitive Sensordaten. Die
Interpretation der Daten und deren Verknüpfung mit Domänenwissen
bis hin zur Entdeckung anwendungsspezifisch interessanter Ereignisse und
Zusammenhänge erfolgt jedoch separat mit den imperativen Mitteln
traditioneller Programmiersprachen. DB-Techniken tragen hierzu aktuell
kaum etwas Nennenswertes bei!
In diesem Vortrag vertreten wir die These, dass deklarative
Anfragesprachen wie SQL und die mit ihnen verbundenen effizienten
Auswertungsmethoden für die wissensbasierte Analyse von
Datenströmen sehr wohl einen wichtigen Beitrag liefern können,
insbesondere wenn sie zur konstruktiven Definition von Begriffshierarchien
mittels Sichten (d.h. deduktiven Regeln) genutzt werden. Wir beobachten,
dass das durch enorme Änderungshäufigkeit geprägte
Sensordatenszenario zumindest bezogen auf Zeitfenster,
in denen Analyse neuer Daten betrieben wird, in mancher Hinsicht dem
gewohnten Transaktionskontext weiterhin ähnelt. Die neuen Aufgaben
Ereigniserkennung und Bestim-mung im Zeitfenster veränderter
abgeleiteter Datenmengen ähneln den Transaktionsmanagementaufgaben
der Integritätsprüfung und der Anpassung materialisierter
Sichten. Moderne Methoden zur effizienten Behandlung dieser
klassischen DBMS-Probleme, hier insbesondere die
inkrementelle Änderungspropagierung, lassen sich analog auf die
neuen Monitoring-Aufgaben übertragen, vorausgesetzt ein Teil des
Analyseprozesses ist eben durch Kodierung in deklarativen Regelformalismen
solchen DB-spezifischen Methoden zugänglich gemacht worden. Trotz
dieser prinzipiellen Anwendbarkeit regelbasierter DB-Methoden für
die Sensordatenanalyse gibt es derzeit noch keine überzeugende
kommerziell verfügbare Realisierung dieser Methoden, da viele
grundsätzliche Erkenntnisse den Weg in die kommerzielle Welt noch
nicht gefunden haben und viele Detailprobleme noch ungelöst sind.
| Zeit:
| Termin: Mo, 24.01.2005, 17.15 Uhr
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| Ort:
| Gebäude 46, Raum 280
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| Feedback |
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